Wollschaf

Verstrickte Dienstagsfrage 08/2015 – Was ist ein gutes Strickdesign

Was macht für Dich ein gutes Strickdesign aus?

Quelle: Wollschaf

So früh am Morgen und schon solch tiefschürfende Fragen. Ich finde die Antwort gar nicht so einfach.

Tragbar

Fledermausärmel oder ähnliches sind für mich ein NoGo. Sorry, aber ich mag Pullover, die ich stricke, auch tragen können. Und eine Wulst unter den Armbeugen, weil ich eine Jacke anhabe, nein danke.

Auch Bommeln und Fransen an Tüchern und Schals verfangen sich zu gern in Reißverschlüssen, so dass sie eventuell auf den Bildern zwar gut aussehen, aber nicht wirklich alltagstauglich sind.

Aussehen

Ich mag Designs, die schlicht, elegant und trotzdem das gewisse Etwas haben. So kann ein einfacher glatt rechts gestrickter Pullover mit einer nahtlosen Schulter in einem semisoliden Garn etwas hermachen, wenn noch eine Laceborde als Bündchen gearbeitet wird. Auch das Spiel mit Perlen finde ich immer wieder interessant.

Einen Pullover hingegen, der nur so vor Mustern verschiedenster Art überquillt, dass ich gar nicht weiß, wo ich hinschauen muss, finde übertrieben. Das stört mich häufig auch bei Adventskalender-Tüchern. Eine Mustersammlung als Tuch oder Schal, nein, das ist nicht mein Ding. Die Muster sollten sich ergänzen und miteinander wirken und nicht nur jedes Teilmuster für sich.

Auch sollte das Muster und der Schnitt eine Figur unterstreichen, die Vorzüge hervorheben und nicht auf Problemzonen aufmerksam machen. Daher finde ich, gibt es selten Anleitungen, die für jeden geeignet ist. Klar gibt es Tücher, die sehen bei jedem beinahe gleich aus, aber sie wirken bei jeder Figur dennoch anders.

Garn vs. Muster

Das Garn und das Muster müssen zusammen passen. Sobald die Färbung das Muster schluckt, ist das Design geschrottet. Da brauch ich dann auch kein Muster stricken, wenn es überhaupt nicht zu sehen ist. Zopfmuster mit Cobweb geht auch mehr unter und ein Lace-Muster mit Bulky-Garn ist in meinen Augen sehr gewöhnungsbedürftig.

Grobstrick. Da muss ich ehrlich sagen, das gefällt mir nicht mehr. Einfach mit Kochlöffeln in kraus rechts gestrickt, nein danke. Das hat für mich mit Design als künstlerisch nichts mehr zu tun. Und wenn dann noch mit Fallmaschen und Löchern gearbeitet wird, so hat das einen Lock, der zwar auf dem Laufsteg etwas hermacht, aber mir nicht gefällt.

Fazit

Wie ihr seht gibt es für mich sehr viele Aspekte, die mir wichtig sind, um ein Strickdesign zu finden, das mir zusagt. Es soll meine Figur positiv unterstreichen und nicht den Mangel hervorheben. So mag ich Ravelry, da ich bei den Projekten sehen kann, wie Frauen mit ähnlicher Figur in dieser Anleitung aussehen.

Und wenn der Designer es auch noch geschafft hat, sein Werk vernünftig zu fotografieren, Details hervorzuheben, die das gewisse Etwas ausmachen, dann ist es auf einem guten Weg eines guten Strickdesigns.

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