Nun ist sie fertig und ich bin stolz auf mich.

Schon Ende letzten Jahres oder Anfang diesen Jahres bin ich irgendwie über den Spicy Bargello Table Runner stolpert. Und er gefiel mir. Aber auf meinem Tisch kommt fast immer die gleiche Tischdecke, wenn überhaupt. Also wirklich sinnig erschien mir das Projekt nicht für mich. Aber meine Schwiegermutter hat ja einen runden Tisch. Eventuell könnte ich ja für sie so eine Tischdecke zum Geburtstag nähen. Auf der Creativa habe ich dann das notwendige Lineal gekauft.
Bei einem Besuch in Hamburg ist mir der Stoff für Schwiegermutter über den Weg gelaufen. Aber da dachte ich mir dann, mach mal lieber einen Test. Dann schaust du, dass das dir wirklich gelingt, bevor du die teuren Stoffe, die du hier nicht mehr bekommst, verschandelst. Also habe ich acht Stoffe bei Buttinette à 30cm bestellt sowie den Stoff für den Rand und die Rückansicht. Beim Vlies hatte ich mich vertan, aber das bekam ich auch hier vor Ort recht günstig.

Das Muster gibt es bei Arbee Designs für eine quadratische Decke. Zwar hatte ich vor dem Zuschneiden berechnet, wie lang die Stoffbahnen sein müssen, aber da habe ich meine Nähmaschine nicht mit einbezogen. Mit 45 cm langen Bahnen hätte es nämlich reichen müssen, dass ich fünf Dreiecke ausschneiden kann, aber wenn ich in Inch rechne und nur 0,5cm Nahtzugabe nutze, ja, das läppert sich auf 16 Streifen ganz gut zusammen.

Daher musste ich aus den Resten nochmal für acht Dreiecke die Streifen zusammen nähen. Das hat dann auch ganz gut geklappt. Ich musste nur diesmal sehr genau schauen, dass die Reihenfolge stimmt. Bei den großen Streifen war das irgendwie einfacher.


Dann hieß es ja wieder, die Dreiecke zusammennähen. Ein bisschen habe ich da schon gezogen, damit die meisten Kanten wirklich aufeinander treffen, aber immer ist mir das nicht gelungen.

Erstaunlich war, wie schnell der Fortschritt auf einmal zu sehen war. Ich habe immer erst zwei Streifen zusammen genäht und dann zwei Zweierstreifen und so weiter.

Und schon konnte ich auf einmal das Top in den Händen halten.

Dann kam die nächste Herausforderung auf mich zu. Wie fülle ich den mittigen Kreis? Nach einiger Recherche fand ich dann eine Möglichkeit, die mir ganz gut gefallen hat. Also habe ich vier Stoffe ausgewählt und vier Kreise ausgeschnitten. Mit dem Kreisschneider ging das echt ratz fatz. Bei drei Kreisen habe ich den Mittelkreis entfernt und die Ränder der Mitte eingeschnitten und umgebügelt.

Dann habe ich das ganze mit Bügelvlies fixiert und die Kanten knapp abgesteppt.

Die äußeren Kreis habe ich mit Heftstichen umrandet und dann mit Hilfe des Vlieses einen Kreis geformt. Das ganze hab ich im Anschluss auf das Top genäht.
Da ich ja nun das eigentliche Vlies noch besorgen musste, konnte ich mir in Ruhe gedanken machen, wie die Steppnähte denn aussehen sollten. Wirklich viel Inspiration hat mir dabei das Netz nicht geliefert. Leider gibt es nur eine handvoll runde Bargello-Decken. Schlussendlich war ich mir jedoch sicher, dass spiralförmig wohl mir am besten gefallen wird.
Also habe ich am letzten Wochenende das Sandwich mit Sicherheitsnadeln geheftet und die ersten Versuche gewagt. Und hier zeigte sich dann wirklich, dass ich bisher kaum Erfahrung mit dem Patchworken beziehungweise Quilten habe. So einfach, wie ich mir das vorgestellt habe, ist es nämlich doch nicht. Aber dazu bin ich ja noch Anfänger und mit dem Obertransportfuß wird das mit den Nähten auch besser.

Als Rand habe ich mich für Flanged Binding beziehungsweise Faux Piped Binding entschieden. Im Grunde mochte ich ja gerne endlich fertig werden und dann noch per Hand das Binding annähen, nee, das wollte ich dann doch nicht. Es gibt ja einige Tutorials dazu, und manchmal sollte frau die auch genauer lesen.

Auf jeden Fall habe ich die beiden Stoffstreifen falsch zugeschnitten. Gedacht hatte ich, dass der Stoff von der Rückseite nur ein wenig hervorlugt, aber wenn ich den Stoff schmaler zuschneide, ja, dann wird das halt der obere Stoff beim Randstück. Aber ganz ehrlich, mir gefällt er trotzdem sehr gut.

Achja, einfach war der Rand dann zum Schluss auch wieder nicht. Durch die Rundung war das passgenaue Verbinden des Randstreifens eine sehr verzwickte Aufgabe geworden. Aber ich habe da auch gleich mal wieder die Probleme gesehen und erkannt.

Ich bin nun sehr froh, dass ich diesen Test gemacht habe. Einige Sachen werde ich für die Decke für Schwiegermutter abändern und bei anderen weiß ich nun direkt schon, wie ich da anfange.
Und das Wichtigste. Ich bin dem Patchworken nun verfallen. Jawohl, die nächste Sucht hat mich erwischt. Aber nun lass ich mal die Bilder sprechen.




