Hat sich Dein Strickgeschmack im Laufe der Jahre hinsichtlich der verwendeten Garne, der bevorzugten Projekte und/oder der Art der Modelle verändert?
Was hast Du früher ge- bzw. verstrickt, was strickst Du heute und worauf führst Du den Wandel -sofern es einen gibt- zurück?Quelle: Wollschaf
Oh ja, da hat sich einiges geändert.
Anfänge
Als ich mit Stricken wieder angefangen habe, habe ich testweise mit 6fach Sockenwolle und reinem Polyacryl gestrickt. Einfach um zu wissen, ob ich wirklich Lust habe, mit den Nadeln zu arbeiten. Wie zu merken ist, habe ich eine Leidenschaft entdeckt.
So habe ich in der ersten Zeit vor allem mit Industriewolle von Lana Grossa gestrickt. Einfach, weil ich da direkt einen Laden vor der Haustür habe. Mit Ravelry wuchs aber auch mein Horizont, was das Materieal betraf.
Die Phase mit dem handgefärbten Garnen und Tüchern
So lernte ich Drachenwolle kennen und fand die Farben immer sehr ansprechend und ich habe immer wieder auf den Vollmond hingefiebert und so sind recht viele Knäule in den unterschiedlichsten Färbungen und Wollstärken bei mir gelandet. Dazu kam dann das Abo bei Tausendschön. Aber ganz ehrlich? Ich bin nicht so die Sockenstrickerin und soviel Möglichkeiten bleiben bei den Färbungen nicht wirklich. So sind eine Reihe von Tüchern entstanden.
Auch habe ich zu dem Zeitpunkt die ein oder andere Anleitung aus Büchern oder Heften vor allem von deutschen Designern nachgestrickt und dabei häufig auch Orginalgarn verwendet. Nicht immer mir Freude.
Von Pullovern und Jacken sowie Perlen
Und nun, nun bin ich von den handgefärbten Garnen abgekommen, da es häufig schwer ist, ein Muster zu finden, das der Färbung gerecht wird. Auch stricke ich mittlerweile lieber Pullover und Jacken. Da schlucken bunte Garne sehr gern das Muster. Und meistens passt die Wollstärke, die ich habe, nicht wirklich zum Muster. Derzeit mag ich aber auch noch nicht zu viel umrechnen oder selbst entwerfen.
So mag ich mittlerweile auch eher hochwertige Garne, vor allem dänische. Die Farbauswahl ist einfach genial. Ich gebe gerne etwas mehr Geld aus, damit ich lange Freude an den Sachen habe. Bei der Zusammensetzung bin ich noch nicht festgelegt, besser gesagt, ich variiere da gerne dem Projekt entsprechend. Hauptsache das Garn fängt beim Stricken nicht an zu Quietschen.
Gerne arbeite ich auch mit Perlen, um einem schlichten Muster einen Hingucker zu spendieren. Manchmal helfen Perlen auch bei einer unruhigen Färbung den Blick auf das Muster zu lenken.
Resümee
Immer mehr geht mein Schwerpunkt zu Sachen, die ich länger tragen kann, die Wolle wird nicht mehr so häufig spontan gekauft, sondern doch mehr oder weniger projektbezogen. Auch bei der Wolle selbst ist für mich Nachhaltigkeit wichtig geworden, ebenso wie Haltbarkeit. Bei den Anleitungen tendiere ich eher dazu, englische Designer zu bevorzugen. Aber das kann sich auch noch ändern, wenn es die deutsche Strickszene schafft, vernünftige Strickbücher auf den Markt zu bringen, in denen einfach mehr Details abgebildet werden.
Was ist mit euch? Wie hat sich euer Strickgeschmack und -verhalten geändert?



Liebe Jana,
so wie uns das Leben im Laufe der Zeit verändert, so ändert sich doch auch sukzessive der Geschmack, oder?
Und weil Du die Wahl der Garne ansprichst. Ich finde immer, gerade weil wir einen Teil unserer Lebenszeit in ein Werk investieren, sollte man nicht am Material sparen. Dann lieber etwas weniger herstellen, dafür aber hochwertiger.
Letzten endes empfindet das aber jeder anders :o)
Lieben Gruß
Angie
Hallo Angie,
genau, weil so viel Zeit in die Herrstellung gesteckt wird, ist eine hochwertige Auswahl dabei nicht verkehrt. Ich bekomme derzeit vielfach von meiner Mama zu hören, dass die beiden Pullover so wunderbar wärmend sind, aber nicht zu heiß, also so, dass sie nicht darin schwitzt. So etwas ist mit minderwertigen Garnen nur schwer zu erreichen. Es lohnt sich also auch für den Tragekomfort.
Viele Grüße
Jana