Mit welcher Wolle habt ihr Stricken gelernt oder wiederentdeckt?
Welche Wolle verstrickt ihr am liebsten?Hat es sich verändert, mit welcher Wolle ihr gerne strickt oder gibt es Garne, die ihr früher in rauen Mengen verarbeitet habt und nun könnt ihr nix mehr damit anfangen?
Gibt es Wolle, die euch nicht ins Haus kommt?
Vielen Dank an Viv für die heutige Frage!
Quelle: Wollschaf
Stricken habe ich in meiner frühesten Kindheit gelernt. Allerdings kann ich mich kaum erinnern, was das für Wolle gewesen ist. Ich weiß nur, dass ich es geschafft habe einen blassgelben Vorhang für meine Puppenstube zu stricken. Mehr schlecht als recht. Im Handarbeitsunterricht haben wir gehäkelt. Ich denke es waren Topflappen mit entsprechendem Garn. Danach ist das Stricken mehr in den Hintergrund getreten. Meine Schwester hatte während ihrer Ausbildung das Stricken für sich wiederentdeckt. Meist sind dabei Strümpfe entstanden. Ein paar habe ich jetzt noch. Ich habe mich zu diesem Zeitpunkt auch darin versucht, einen Pullover zu stricken. Weißes Pollyacryl. Ich habe diesen Versuch, der wirklich jeden Umzug überstanden hat, bei der letzten Ausmistaktion entsorgt.
Nun habe ich vor gut vier Jahren wieder angefangen mit Stricken. Mein erstes Knäul 6fach Sockenwolle war von Regia. Dass sie 6fach war, habe ich allerdings erst sehr viel später realisiert. Die Socken passen trotzdem und sind schön muckelig. Das zweite Projekt war aus einem reinen Poly-Knäul, ein einfacher Poncho, einfach um zu sehen, bleibe ich wirklich beim Stricken. Ich habe davor sehr sehr viel an diversen Hobbies ausprobiert und bin bei keinem wirklich mit Ausdauer und Geduld geblieben. Also hatte das durchaus seine Berechtigung.
Mittlerweile achte ich sehr darauf, wie sich ein Garn anfühlt. Ich stricke gerne Kleidungsstücke, da muss es passen, dass diese Strickstücke gerne getragen werden. Da nützt es mir nicht wirklich viel, wenn das Garn zwar robust, aber doch kratzig ist. Auch mus es einen guten Wäremaustausch geben, da ich sehr schnell zum Schwitzen neige, was ich äußerst unangenehm empfinde. Formstabilität ist mir auch wichtig. Nichts ist enttäuschender, wenn ich nach zweimal tragen den Pulli schon wieder waschen muss, weil er einfach nur ausgebeult aussieht.
Glücklicherweise kann ich einen sehr netten Laden meinen Lieblingswolldealer nennen. Sie achtet schon von sich darauf, dass sie vorwiegend Wolle anbietet, die die genannten Eigenschaften besitzen. Auch sind ihr Herkunft und Verarbeitung nicht einerlei. Es ist für mich nicht immer möglich, auf diese Dinge zu achten, dafür bin ich viel zu sehr Mensch und lasse mich gerne von Farben und Haptik eines Garnes ansprechen.
Auf eine einzelne Wolle mag ich mich beim Verarbeiten gar nicht festlegen. Da kommt es zum einen auf die Verarbeitung an. Ich habe bisher zweimal Leinen im Anteil eines Garnes verstrickt. Es waren zwei völlig unterschiedliche Erfahrungen. Beim ersten Versuch war das Garn sehr rau und teilweise unangenehm beim Verstricken. Es fühlte sich eher wie Paketschnur als Garn an. Beim zweiten Mal war es ein Merino Leinen Gemisch, das sehr angenehm zu verstricken gewesen ist. Daher mag ich mich nicht wirklich auf ein Garnbestandteil festlegen.
Bei den Farben sieht es da schon anders aus. Es gibt so wundershcöne Färbungen von diversen Handfärbern. Allerdings empfinde ich es als eine Herausforderung, da ein entsprechendes Muster zu finden, in dem die Färbung zum einen wunderbar hervor kommt und zum anderen das Muster nicht verschluckt. Eine Sockenstrickerin bin ich sowieso nicht, daher sind reine Stinos auch nicht mein Fall. Daher bin ich von diesen tollen Färbungen mittlerweile weggekommen und verstricke doch vermehrt Industriewolle.
Was ich teilweise verstrickt habe, aber von dem ich nicht mehr wirklich etwas zwischen die Finger bekommen mag, sind reine Polly-Garne. So quietschten einmal dabei sogar meine Nadeln, was ich bei Holz doch etwas schwieriger empfinde, zum anderen mag ich das Gefühl beim Verarbeiten nicht wirklich. Daher müssen mittlerweile rein künstliche Phasern vor der Tür ihr dasein fristen.


