Stricken um des Strickens Willen oder warum?

Vor ein paar Tagen stellte jemand auf Ravelry die alles entscheidende Frage:

Warum strickt ihr?

Im ersten Moment dachte ich, warum wohl. Ich strick halt einfach gern. Doch nein, so einfach ist die Beantwortung der Frage dann doch nicht. Wenn ich mir überlege, warum ich angefangen habe, da wären wir bei Punkt Nummer eins.

Ich brauche Socken, die sich meiner großen Zehe erwehren können und nicht so schnell an eben jener Stelle durchscheuern. Was gibt es da nicht einfacheres sich eben jene Socken selbst zu stricken. Okay, ich hatte das Glück von meiner Mama und meiner Oma in die Kunst des Strickens schon als Kind eingeführt worden zu sein. Daher war es recht einfach mich wieder mit dem Stricken auseinander zu setzen und schon nach vier Woche hatte ich mein erstes Strickstück fertig.
So war meine erste Motivation das Strickstück benutzen zu können.

Da mich allerdings die Herstellung als solches auch interessierte und ich ausprobieren wollte, ob ich mich wirklich längerfristig dem Stricken widmen konnte, wanderte ein Musterbuch und ein großes Knäul reinster Polywolle in mein Wohnzimmer und es entstand mein erstes selbstausgedachtes Strickstück. Ein einfacher Poncho.

Nun war es so weit und ich begann Stricken für mich als ein wundervolles Hobby für mich zu entdecken. Ich konnte nun abends vor dem Fernseher etwas tun und konnte einfache Geschenke für junge Mütter und unsere Familie herstellen. Dabei habe ich verschiedenste Techniken ausprobiert, einfach um der Technik willen. So entstanden Doppelgestrickte Stulpen, Lacetücher; ich versuchte mich an falschen Zöpfen, Faire Isle. Um Techniken besser zu verstehen wanderten verschiedene Bücher in mein Regal, wo sie natürlich nicht verstauben.

Nun merke ich auch, dass mich Stricken wundervoll entspannen kann. Einzig, wenn ich ein Lacemuster stricken muss, ist doch etwas mehr Konzentration gefragt. Aber ansonsten ist es, wie es so schön heißt, Meditation in Bewegung und hilft mir ungemein mein inneres Gleichgewicht zu finden. Dass nun dabei auch noch tragebare Strickstücke entstehen ist wundervoll.

Quintessenz des gesamten Geschaffels ist also:
Ich stricke zum einen um des Strickens Willen. Einfach um Techniken auszuprobieren oder liebgewordene Techniken einzusetzen. Des Weiteren hilft es mir ein ausgeglichener Mensch zu sein und hilft daher meiner Person. Und als last but not least erfreut es mich mit meiner Hände Arbeit etwas bleibende zu schaffen an dem nicht nur ich Freude habe, sondern auch noch nützlich ist.

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3 Gedanken zum Beitrag “Stricken um des Strickens Willen oder warum?”

  1. Das ist eine gute Frage Jana, die stellt mir mein Mann auch immer wieder. Er fragt immer: Ist das nicht langweilig?
    Ich finde Stricken spannend – allerdings gebe ich zu, Klöppeln finde ich noch immer spannender….
    Aber ich kann beim Stricken ganz gut abschalten muss ich zugeben und muss nicht nicht soooo immens konzentrieren, wie ich es beim Klöppeln sollte.
    Grüße
    Catty

  2. Eine gute Frage, die von mir mehrere Antworten bekommt – ähnlich wie bei dir:

    Ich habe mit dem Sockenstricken angefangen, als meine Oma (die immer viel für mich gestrickt hat) die Nadeln nicht mehr greifen und halten konnte. Also auch mit dem Wunsch, Handgestricktes zu tragen.

    Ich stricke auch, weil mir die Handarbeit Ruhe bringt, wenn ich nach einem stressigen Arbeitstag einen Ausgleich brauche.

    Ferner muss ich einfach stricken, weil ich vor dem Fernseher einschlafe, sobald ich die Nadeln aus der Hand lege.

    Schön zu lesen, dass das bei uns Wollsüchtigen stets ähnlich ist.

    Liebe Grüße, Simi

  3. Gute Frage und gute Antwort finde ich! Ich find handwerkliches einfach spannend, müßte ich mir nochmal einen Beruf suchen, ich würde etwas „mit den Händen“ machen wollen. Es ist meditativ, man hat ein Ergebnis in den Händen und es ist auch schön ein Material zu verarbeiten das sich gut anfühlt. Die Haptik & Optik spielt beim Stricken glaub ich eine große Rolle, man fühlt und sieht etwas schönes aus dem etwas (hoffentlich ebenso schönes) gefertigt wird. Damit hat man schon 2 Sinne befriedigt, wenn man dann noch das ruhige Nadelgeklapper dazuzählt sogar 3!

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