In den letzten Jahren scheint mir das „Lockerstricken“ richtig in Mode gekommen zu sein. Damit meine ich nicht (oder nicht nur) die Tatsache, dass Nadelstärken und Maschenproben von einigen Herstellern oft in einem Bereich angegeben werden, der vor zwanzig Jahren als utopisch oder lächerlich bezeichnet worden wäre. Dies ist ein anderes Thema.
Viel mehr geht es um andere Dinge: Einige Garne, insbesondere sog. Designer-Garne, sind bei genauer Betrachtung nur für Lockerstricker wirklich geeignet – nicht nur Feststricker, sondern auch Normalstricker haben einfach keine Chance, damit umzugehen; viele (immer mehr?) Modelle sind ebenfalls nur für Lockerstricker umsetzbar und gewollt lasch; fertiges Gestrick hängt durchscheinend an Schaufensterpuppen. Viele Strickerinnen, schaut man in Blogs nach ihren Werken, scheinen das Lockerstricken zu begrüßen und gern einzusetzen.
Mich würde interessieren, was am Lockerstricken und am lockeren Gestrick für sie so reizvoll ist. Ist es das Materialersparnis? Gefällt den Lockerstrickern das lichtdurchlässige, im Maschenbild oft weniger regelmäßige Ergebnis etwa wirklich? Und warum?
Was ist dran, am Lockerstricken?
Quelle: Wollschaf
Wer lesen kann ist klar im Vorteil. Ich hatte doch Loch statt Locker gelesen und wunderte mich ein wenig, da Ajourmuster doch schon eine ganze Weile wieder häufiger in den Musterheftchen erscheinen.
Doch nun hab ich ja nochmal genau nachgelesen und gesehen, dass es um Lockerstricken geht. Ich selbst stricke recht gleichmäßig und recht fest, so dass ich häufig mit den vorgegebenen Nadelstärken zurechtkomme. Diese Lockerstricksachen mag ich nicht wirklich. Ich bin mir da nie sicher, ob das Gestrick dann auch hält und nicht nach der ersten Maschinenwäsche etwas seltsam aussieht und man eventuell versuchen muss, das Gestrick wieder zurechtzurücken.
Allerdings eignen sich solche Lockerstrickmuster für Strickanfänger recht gut. So müssen diese nicht unbedingt auf ein gleichmäßiges Maschenbild achten und haben vor allem schon nach recht schneller Zeit einen sichtbaren Erfolg. Wenn ich daran denke, wie locker und unregelmäßig ich in meinen Kindertagen gestrickt habe …


